Datensicherheit im Auto

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Laut der Verbraucherbefragung des internationalen Automobilverbands sorgten sich bereits im Jahr 2015 92 Prozent der deutschen Autofahrer um die Offenlegung und Nutzung von Informationen aus Fahrzeugen. Gleichzeitig weist die Erhebung von Fahrzeugdaten einen erheblichen Nutzen auf: So können Gefahrenstellen und schwierige Straßenzustände identifiziert oder bei einem Unfall automatisch Notfalldienste alarmiert werden. Dieses Dilemma zwischen einem verlässlichen Datenschutz auf der einen Seite und der Nutzung der Daten für Verkehrssicherheit auf der anderen Seite gilt es zu beseitigen.

Datenschutz versus Verkehrssicherheit

Autos sind inzwischen beinahe fahrende Computer. Sie erheben permanent Betriebs- und Sensordaten, speichern Informationen und können sie durch die integrierte Mobilfunktechnik an den Fahrzeughersteller oder an Werkstätten weiterleiten. Die Daten sind von erheblicher Bedeutung, denn mit ihrer Hilfe können Unfälle verhindert und Menschenleben gerettet werden. Ist die Fahrbahn beispielsweise durch Regen und Schneefall rutschig, erkennen die Fahrzeuge diesen Zustand mithilfe der eingebauten Sensorik und weisen den Fahrer darauf hin, langsam zu fahren. Die dabei gemessenen Fahrzeugdaten sind sensibel, weshalb bei der Speicherung und Verarbeitung hohe Sicherheitsstandards eingehalten werden müssen. Schließlich handelt es sich um Daten, die beispielsweise Bezug auf den individuellen Standort der Fahrer nehmen. Aus diesen Positionsdaten in Kombination mit Sensordaten lassen sich Profile der Autofahrer erstellen, die Rückschlüsse auf das Fahrverhalten zulassen. Überschreitet ein Fahrer die zugelassene Höchstgeschwindigkeit, könnte dies registriert und gegen den Fahrer verwendet werden. Aus diesem Grund sind folgende Fragen interessant: Wer hat die Nutzungsrechte an den Daten aus dem Fahrzeug? Wer darf zu welchem Zweck darauf zugreifen? Dürfen Autodaten bei einem Unfall zu dessen Aufklärung herangezogen werden? Aufgrund der teilweise ungeklärten rechtlichen Situation ist es wichtig, dass der Fahrer die Möglichkeit hat, der Übermittlung seiner Fahrzeugdaten zuzustimmen oder diese zu verweigern. Schließlich drohen ihm eventuell negative Konsequenzen wie Bußgeldbescheide oder Strafverfolgung.

CAR-BITS.de: eine rechtssichere Service-Plattform für Fahrzeugdaten

Um die Vorteile von Daten aus Fahrzeugen auf rechtssichere Art zu nutzen, arbeitet das Projekt CAR-BITS.de, das durch das Technologieprogramm Smart Service Welt vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi) gefördert wird, an einer Lösung, um Datenschutz und Verwertung der Daten in Einklang zu bringen. Dazu wurde eine datenschutzkonforme Service-Plattform basierend auf der Sealed-Cloud-Technologie ins Leben gerufen. Die patentierte Technologie sorgt dafür, dass die Übertragung und Speicherung von Daten verschlüsselt erfolgt. Zudem sind Daten und Verbindungsinformationen auch während der Verarbeitung geschützt.

Die Daten, die auf der Plattform von CAR-BITS.de verarbeitet werden, dienen dazu, die Behörden, die die Straßeninstandhaltung verantworten über Straßenzustände zu informieren, die Autofahrer vor Gefahrenstellen zu warnen oder automatische Alarmierung bei Notfällen zu veranlassen. Dies geschieht ohne Verletzung des Datenschutzrechts. Mehr noch, dies geschieht auf besonders datenschutzfreundliche Weise, denn der Nutzer ist zu jeder Zeit in der Lage, einfache und bewusste Entscheidungen zur Verwendung seiner Daten zu treffen. Durch die Pseudonymisierung der Sealed-Cloud können auch Daten auch für Auswertungen genutzt werden, die nach dem Gebot der Datensparsamkeit sonst nicht erhoben werden dürften. Durch die hohen Sicherheitsstandards der Plattform wird der Datenschutz im gesamten Analyseverlauf gewährleistet. Der Nutzer muss lediglich zustimmen, das die Ergebnisse der Auswertung genutzt werden dürfen. Ein missbräuchlicher Zugriff auf die Informationen wird durch die Sealed-Cloud-Umgebung verhindert.

Die CAR-BITS.de-Plattform besitzt vielfältige Nutzungspotenziale. Sie könnte künftig zur Ermittlung des Schneeräumbedarfs im Winterdienst sowie bei der Optimierung von Ladevorgängen und des Energiemanagements bei Elektrofahrzeugen verwendet werden. CAR-BITS.de stellt somit ein Paradebeispiel für „Privacy by Design“, einem standardmäßigen, in das Design eingebetteten Datenschutz, und für eine vielfältige und rechtssichere Nutzung von Daten aus Fahrzeugen durch Analysedienste und -algorithmen dar. Die Plattform verfügt außerdem über das Potenzial, künftig auch gänzlich neue Dienste und Produkte bereit zu stellen.

Weitere Informationen zu CAR-BITS.de finden Sie hier.

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Kategorie:
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