Der direkte Draht um Arzt

von MACSS 9 Monaten 2 Kommentare
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Das Projekt „Medical Allround-Care Service Solutions (MACSS)“ will die Kommunikation zwischen Patienten und Ärzten optimieren und mit Hilfe einer App die Therapieergebnisse von chronisch kranken Patienten verbessern.

Bei einer medizinischen Therapie von chronischen Erkrankungen spielt die Kommunikation zwischen einem Patienten und seinen behandelnden Ärzten eine große Rolle. Erschwert wird diese Kommunikation jedoch durch die meist knapp bemessene Zeit der Ärzte. Außerdem sind häufig mehrere Ärzte an der Behandlung beteiligt, die untereinander oft nur vereinzelte Informationen austauschen. Zwar existieren bereits eine ganze Reihe von Apps zur Dokumentation der Medikamenteneinnahme sowie der Erfassung von Vitaldaten, jedoch werden diese bisher nicht systematisch in den Therapieprozess eingebunden und sind den Ärzten somit nicht zugänglich.

Bei chronisch kranken Patienten ist zudem die schnelle und direkte Erreichbarkeit des betreuenden Versorgungszentrums sehr wichtig, um den gemeinsam entwickelten Therapieplan zeitnah anpassen zu können, falls dies notwendig wird. Problematisch ist auch, dass durch den langen Zeitraum der Behandlung die Therapietreue bei chronisch kranken Patienten nachlassen kann, was sich negativ auf den Behandlungserfolg auswirken kann.

Digitale und vereinfachte Kommunikation

Das Projekt MACSS, das innerhalb des Technologieprogramms Smart Service Welt vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi) gefördert wird, entwickelt daher eine sogenannte Smart-Health-Service-Plattform, die einen kontinuierlichen Datenaustausch und eine bessere Vernetzung zwischen Patienten und behandelnden Ärzten ermöglicht. Dazu werden Daten aus unterschiedlichen Quellen wie Kliniken, Versorgungszentren oder Praxissoftware des Hausarztes zusammengetragen, analysiert und neue Informations- und Kommunikationsdienste erschaffen.

Ziel ist eine direktere und vereinfachte Kommunikation zwischen Patienten und Ärzten. Dies kann etwa durch ein digitales Patiententagebuch geschehen, wozu mit einer App wichtige Vitaldaten wie zum Beispiel Gewicht, Blutdruck und Blutzucker erfasst und der Medikationsplan kontinuierlich überprüft werden kann. Durch eine Verbindung mit Klinikdaten lässt sich der Therapieverlauf somit lückenlos dokumentieren. Zudem können bei Auffälligkeiten automatische Warnungen versandt werden, die Ärzte können den Patienten dann benachrichtigen und die weitere Behandlung besprechen.

Apps als Schnittstelle zum Patienten

Die MACSS Service-Plattform verwendet standardisierte Schnittstellen zum sicheren Datenaustausch mit medizinischen Systemen wie Klinikinformationssystemen, Arzneidatenbanken und Praxissoftware. Als Schnittstelle zum Patienten dienen Apps, web-basierte Nutzeroberflächen oder Zusatzgeräte wie Gesundheitsarmbänder. Außerdem können auf der Plattform Daten aus medizintechnischen Systemen mit schriftlichen Beschreibungen von Ärzten, wie Befunde oder der Anamnese integriert werden. Diese können dann auch mit Daten von Patienten, beispielsweise aus einem Therapietagebuch, verknüpft werden. Durch innovative Analysemethoden können auch unstrukturierte Daten automatisch ausgewertet und einfach in das System integriert werden.

Gewährleistung von Sicherheit und Datenschutz

Neben der intelligenten Datenauswertung legt das Projekt großen Wert auf die Gewährleistung von Sicherheit und Datenschutz. Die Verarbeitung personenbezogener Daten erfolgt ausschließlich in einem geschützten Bereich innerhalb des Klinikinformationssystems. Für die Nutzung individueller Patientendaten wird ein ausgefeiltes Datenschutz- und Sicherheitskonzept erarbeitet, das auf Basis pseudonymisierter und verschlüsselter Daten nur berechtigten Ärzten nach Einwilligung des Patienten den Zugriff und die personenbezogene Zuordnung ermöglicht.

Mehr Lebensqualität und eine bessere Therapietreue

MACSS wird bei der Nachbehandlung von Nierentransplantationspatienten prototypisch erprobt, da diese Gruppe stellvertretend für andere Patienten mit chronischen Erkrankungen wie Bluthochdruck, Diabetes und Herzerkrankungen steht, bei denen es ähnliche Anforderungen an längerfristige Therapien gibt. Die ersten Anwendungen auf der Plattform sind ein interaktives Patiententagebuch, ein Therapie-Assistenzsystem zur kontinuierlichen Evaluierung des Therapieverlaufs und eine Chat-Funktion zur direkten Kommunikation zwischen Patient, Versorgungszentrum und Hausarzt. Dadurch werden eine bessere Therapietreue und damit eine höhere Lebensqualität und insgesamt bessere Therapieergebnisse angestrebt

In Zukunft soll die Plattform in Kooperation mit Vertretern aus Wissenschaft, Wirtschaft, Krankenkassen und Patientenverbänden weiterentwickelt werden, um nicht nur die Arzt-Patienten Kommunikation nachhaltig zu verbessern, sondern auch neuartige Geschäftsmodelle zu kreieren.

Bildnachweis: © Halina Zaremba – pixelio.de

Kategorien:
  Allgemein, Leben

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