Welches Potenzial birgt Künstliche Intelligenz für das produzierende Gewerbe?

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Künstliche Intelligenz gilt als eine der zukünftigen Schlüsseltechnologien und birgt ein großes, volkswirtschaftliches Potenzial. Doch wie sieht es speziell für das produzierende Gewerbe in Deutschland aus? Eine Untersuchung, die sich speziell auf diese Branche fokussiert, fehlte bislang – obwohl das produzierende Gewerbe eine der wichtigsten Säulen der deutschen Volkswirtschaft darstellt.

Aus diesem Grund wurde die Studie „Potenziale der Künstlichen Intelligenz im produzierenden Gewerbe in Deutschland“ vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie im Rahmen der Begleitforschung des Technologieprogramms PAiCE umgesetzt. Für die Erhebung wurden Einschätzungen von KI-Anbietern ebenso wie von potenziellen KI-Anwendern und Forschern auf dem Gebiet der KI eingeholt.

Die Studie kam unter anderem zu folgenden Ergebnissen:

Künstliche Intelligenz weist ein hohes Potenzial für die zukünftige Wertschöpfung in der Produktion auf: Bis 2023 ist eine zusätzliche Bruttowertschöpfung von circa 31,8 Milliarden Euro durch den Einsatz von KI zu erwarten. Um diese Zahl in Relation zu setzen: Dies entspricht etwa einem Drittel des gesamten Wachstums im produzierenden Gewerbe in den nächsten fünf Jahren. Derzeit setzen bereits durchschnittlich 25% der Großunternehmen, aber nur 15% der kleinen und mittleren Unternehmen auf KI-Technologien.

Zu den wichtigsten zukünftigen Einsatzbereichen im produzierenden Gewerbe gehören Forschung und Entwicklung, Service/Kundendienst, Produktion, Marketing/Vertrieb und Planung. Auf Seiten der Technologie bieten vor allem Predictive Analytics, Intelligente Assistenzsysteme, Robotik, Intelligente Automatisierung und Sensorik große Chancen.

Potenzial: Ja! Praxiseinsatz: Nein?

Trotz der großen Potenziale setzen bislang nur durchschnittlich 25 Prozent der Großunternehmen und nur 15 Prozent der kleinen und mittleren Unternehmen KI-Technologien ein – auch wenn die Mehrheit der Unternehmen des produzierenden Gewerbes mit einem stark wachsenden Einsatz in den nächsten 5 Jahren rechnet.
Doch wo liegen derzeitige Hemmnisse, die die Unternehmen vom Einsatz der Technologien abhält?

Wie die Studie zeigt, stellt derzeit der Mangel an Fachkräften und internen Kompetenzen innerhalb der Unternehmen große Hürde für die Nutzung Künstlicher Intelligenz dar. Denn die technischen Anforderungen im produzierenden Gewerbe sind hoch: Wichtig sind insbesondere die Robustheit der Algorithmen, Datenqualität und -sicherheit sowie die Nutzung von Sensorik und Cloud Computing. Anwender betonen zudem die Relevanz von Sicherheit und Interoperabilität.

China, Deutschland, USA: Wie ist Deutschland im internationalen Vergleich aufgestellt?

Nach Einschätzung der befragten Akteure ist Deutschland im internationalen Vergleich vor allem bei den KI-Anwendungen in der Qualitätskontrolle, bei der intelligenten Automatisierung und Sensorik als führend. Die USA dagegen haben insbesondere bei den KI-Anwendungen Predictive Analytics, Intelligente Assistenzsysteme, Wissensmanagement sowie Autonomes Fahren und Fliegen eine Führungsposition inne.

Auch bei der Forschung zu KI-Technologien sind die USA überdurchschnittlich aufgestellt, weshalb sie im Hinblick auf KI-Produkte und Dienstleistungen als Hauptwettbewerber im Bereich KI – eine Intensivierung wird jedoch vor allem von Anbietern aus China erwartet. In jüngsten politischen Programmen in China wird stark auf Forschung und Entwicklung im Bereich KI gesetzt, um die wirtschaftliche Entwicklung voranzutreiben.

Handlungsbedarf: Wie kann es für Deutschland weitergehen?

Um das große Wertschöpfungspotenzial von künstlicher Intelligenz zu heben, und im internationalen Bereich nicht abgehängt zu werden, bedarf es gezielter Maßnahmen: Von Seiten der Politik sollte die Anbieterseite durch die Unterstützung von Unternehmensgründungen im Bereich Künstliche Intelligenz gestärkt werden. Außerdem sollten Use-Cases und Best-Practice-Beispiele zur Verfügung gestellt werden, um Unternehmern den Einstieg in die Verwendung von Künstlicher Intelligenz mit Hilfe von Informationen und Anleitungen zu vereinfachen. Um dem Fachkräftemangel entgegen zu wirken, soll darüber hinaus der Wissensaufbau zu Künstlicher Intelligenz durch spezifische Ausbildungs- und Weiterbildungsmöglichkeiten vorangetrieben werden. Um künftig eine führende Stellung einzunehmen, sollte Deutschland seine Forschungsaktivitäten darüber hinaus weiter verstärken und gerade KI-Technologien mit Querschnittscharakter, wie Maschinelles Lernen, fördern – insbesondere auch im Hinblick auf den Mittelstand.

Die Studie „Potenziale der Künstlichen Intelligenz im produzierenden Gewerbe in Deutschland“ kann hier abgerufen werden.

Bild: Vorgehensweise bei der Erstellung der Studie,  aus der Publikation „Potenziale der Künstlichen Intelligenz im produzierenden Gewerbe in Deutschland“

Bildquelle: Begleitforschung PAiCE

Kategorien:
  Allgemein, Leben, Mobilität, Produktion, Querschnittstechnologien

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