Mehr als nur Schrittzähler: Wie Gesundheitsapps bei der Behandlung von chronischen Krankheiten helfen können

von Begleitforschung Smart Service Welt 1 Monat keine Kommentare
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Der Markt der Gesundheitsapps boomt. Während ein Großteil dieser Apps die Nutzer jedoch lediglich bei der „Selbstoptimierung“ unterstützt, wird das Potenzial der kleinen Helfer für Betroffene chronischer Krankheiten bislang erst wenig genutzt. Das Forschungsprojekt MACCS will diese Chance nun nutzen und die Lebensqualität von chronisch Kranken verbessern.

Für mobile Endgeräte wie Smartphones oder Smart Watches gibt es bereits eine große Anzahl an Apps, mit der sich die eigene Gesundheit überwachen lässt: Sie zeichnen Schlafphasen auf, geben Tipps für eine gesündere Ernährung oder zählen die Schritte, die am Tag zurückgelegt wurden. Bunte Grafiken dokumentieren dabei den eigenen Fortschritt und Erinnerungshilfen lassen den Nutzer an die Einnahme von Medikamenten und Nahrungsergänzungsmitteln denken. Mehr als die Hälfte der angebotenen Gesundheitsapps helfen mit diesen Funktionen bei der eigenen Selbstoptimierung von Gesundheit und Fitness.

Dabei bergen die Apps ein viel größeres Potenzial: die Unterstützung von chronisch Kranken, die beispielsweise unter Bluthochdruck, Diabetes oder Herzerkrankungen leiden. Doch von den vielen Gesundheitsapps, die für mobile Endgeräte runtergeladen wurden, richten sich nur 1,7 Prozent an Betroffene chronischer Krankheiten[1]. Und das, obwohl Apps, die die Vitaldaten von Patienten aufzeichnen und auswerten, wertvolle Informationen für die Behandlung von chronischen Krankheiten liefern können – und damit die Lebensqualität der Betroffenen deutlich verbessern. Dieser Vision widmet sich das Smart-Service-Welt-Projekt „MACSS – Medical Allround-Care Service Solutions“.

Schneller auf den Krankheitsverlauf reagieren

Das Projekt hat es sich zur Aufgabe gemacht, gesammelte Vitaldaten von chronisch kranken Patienten mit den jeweiligen Therapieplänen abzugleichen. Gleichzeitig soll eine schnelle und direkte Kommunikation zwischen allen behandelnden Ärzten und den Patienten ermöglicht werden – auch zwischen den geplanten Visiten. Dazu wird ein digitales Patiententagebuch mit Vitaldaten wie Blutdruck oder Blutzuckerwerten erstellt. Diese Vitaldaten werden dabei vom Patienten selbst dokumentiert oder durch Zusatzgeräte wie Gesundheitsarmbänder gemessen und gespeichert. Diese Informationen werden auf einer sicheren Service-Plattform stetig mit dem erstellten Therapieplan abgeglichen und gleichzeitig an die behandelnde Klinik übermittelt. Ändert sich der Gesundheitszustand oder der Krankheitsverlauf, können Therapie und Medikamente zeitnah an die Veränderungen angepasst werden. Diese Technologie soll dabei natürlich nicht das persönliche Gespräch mit den behandelnden Ärzten oder dem Hausarzt ersetzen, sondern eine zusätzliche Unterstützung im Umgang mit der chronischen Krankheit sein.

Bei der Entwicklung einer solchen Plattform muss das Projekt „MACSS“ neben technischen Herausforderungen auch die strengen Vorgaben zu Datenschutz und -sicherheit berücksichtigen. Denn: Bei Patientendaten handelt es sich um besonders sensible Informationen. Daher sollen alle personenbezogenen Daten ausschließlich in einem geschützten Bereich innerhalb des Informationssystems der behandelnden Klinik verarbeitet werden. Zudem haben Ärzte nur nach Einwilligung des Patienten einen Zugriff auf die pseudonymisierten und verschlüsselten Informationen.

Bessere Behandlungsergebnisse, mehr Lebensqualität

Nach erfolgreicher Erprobung ist vorstellbar, dass die Daten zu Krankheitsverlauf, Medikamenteneinnahme und Behandlungserfolg – nach Zustimmung durch den Patienten – auch an Dritte wie Krankenkassen, Forschungseinrichtungen oder Medizinproduktehersteller weitergegeben werden können. So lassen sich weitere Erkenntnisse zu chronischen Krankheiten gewinnen und neue Geschäftsmodelle entwickeln. Zunächst sollen aber vor allem die Betroffenen chronischer Krankheiten selbst von „MACSS“ profitieren, indem dank kontinuierlicher Datenauswertung und direkter Kommunikation mit den Ärzten bessere Behandlungsergebnisse erzielt werden – und die Lebensqualität von chronisch Kranken deutlich angehoben wird.

[1] https://www.healthon.de/healthon-statistiken, Zugriff am 16.10.2018

Bildquelle: AndSus/fotolia

Kategorie:
  Leben

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