Vier Fragen an: Arndt Kritzner aus dem Projekt Smart Farming Welt

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In der Kategorie „Vier Fragen an…“ beantworten Partner aus den Forschungsprojekten der Smart Service Welt I vier Fragen dazu, wie sie Smart Services verstehen und welche Potenziale sie bergen. Diesmal im Interview: Arndt Kritzner, Projektleiter Smart Farming Welt beim Konsortialführer Logic Way GmbH.

Was bedeutet der Begriff „Smart Services“ konkret für Sie?
Bei der Definition des Begriffes „Smart Services“ sollten aus meiner Sicht verschiedene Perspektiven berücksichtigt werden. Aus Anwendersicht bedeutet „Smart Services“ auch für mich, dass ich auf unkomplizierte Art und Weise aus dem Netz immer mit den jeweils relevanten Informationen, Produkten und Dienstleistungen versorgt werde. Allumfassend funktioniert diese Vorstellung in der Realität zwar noch nicht, punktuell gibt es allerdings bemerkenswerte Umsetzungen. Aus Entwicklerperspektive entstehen smarte Services eher aus einer Art umfassenden digitalen Sach- und Prozessverständnis heraus. Als Voraussetzung dafür kann eine ganzheitliche Vernetzung über die gesamte Wertschöpfungskette bzw. über alle Prozesse hinweg angesehen werden, die mit der Bereitstellung einer Dienstleistung verbunden sind. Als Destillat aus dieser digitalen Prozessabbildung werden Services abgeleitet, die dem Anwender bereitgestellt werden. Kurz: Die digitale „Verlängerung“ der menschlichen Intelligenz, Wahrnehmung und Erfahrung um relevante, durch Vernetzung und automatisierte Logik gewonnene Anteile, zeichnen aus meiner Sicht Smart Services aus.

Was sind Ihre Visionen, wenn Sie an Smart Services in der Landwirtschaft denken? Was können sie Ihrer Meinung nach in Zukunft leisten oder leisten sie bereits?
Die Landwirtschaft unterliegt einer Vielzahl von Ursache-Wirkungs-Zusammenhängen, die oftmals für den Verantwortlichen schwer oder gar nicht überblickbar sind. Die Anzahl der Zielkriterien – Ertrag, Wirtschaftlichkeit, Umweltverträglichkeit, Biodiversität, Krankheitsvermeidung, Bodenfruchtbarkeit etc. – ist ebenfalls riesig und muss kurz- ebenso wie langfristig betrachtet werden.
In diesem Gesamtkontext können digitale Datenanalysen und Simulationen und smarte Services optimierte Bewirtschaftungsmuster aufzeigen und dadurch Erzeugern, der Umwelt ebenso wie den Verbrauchern nutzen – wenn beispielsweise weniger Schädlingsbekämpfungsmittel verwendet werden.

Wie trägt das Projekt Smart Farming Welt zu diesen Entwicklungen bei?
Im Projekt wurden und werden Plattformtechnologien entwickelt, die die Umsetzung einer großen Bandbreite vernetzter Dienste ermöglichen. Softwaretechnisch wurde ein Komponentenmodell entwickelt, das bereits einen wesentlichen Anteil von für digitale landwirtschaftliche Anwendungen erforderliche Bausteine bereitstellt. Die bereits umgesetzten Pilot-Anwendungsfälle optimieren Maschineneinstellungen, sichern die Qualität des Erntegutes, verbessern den Maschinenservice und bilden Produktionsketten durchgehend digital ab. Und zum Schluss: Was für einen Smart Service würden Sie sich persönlich wünschen?
Ich fände eine Funktion smart, die einfach für alle möglichen Aussagen aus Nachrichten und Fachartikeln die dazugehörige Faktengrundlage zusammenstellt. Zahlen, Fakten und Statistiken mit einem Klick. Eine qualifizierte eigene Einschätzung und Einordnung von Meldungen würden sich dadurch ganz erheblich vereinfachen.

Bildquelle: Smart Farming Welt

Kategorien:
  Allgemein, Leben

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