Connected Cars und DSGVO: Datenschutz muss selbstverständlich sein

von Begleitforschung Smart Service Welt 6 Monaten keine Kommentare
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Moderne Autos sind fahrende Computer: Die im Auto verbauten Sicherheits-, Assistenz- und Unterhaltungssysteme sammeln permanent Informationen über unser Fahrverhalten, die Umgebung und den Zustand des Fahrzeugs. Ein modernes Serienfahrzeug verfügt über mehr als 200 Sensoren und produziert rund 25 Gigabyte an Daten pro Stunde. Diese Daten werden zum Teil im Fahrzeug gespeichert, aber auch auf dem Server des Systemherstellers oder herstellerunabhängigen Servern. Mit Inkrafttreten der europäischen Datenschutzgrundverordnung (DSGVO) im Mai 2018 ist die Bedeutung des Datenschutzes im Auto, gerade bei personenbezogenen Daten, jedoch stark gewachsen, eingesetzt.

Daten vor Diebstahl und Missbrauch schützen

Dabei handelt es sich beim Datenschutz im Auto um eine Herausforderung auf zwei Ebenen: Zum einen besteht die Gefahr, dass sich Dritte in die Systeme des Fahrzeugs hacken und die Kontrolle über eine oder mehrere Funktionen übernehmen – oder Daten stehlen. Dazu nutzen sie Schwachstellen an den Schnittstellen zwischen den einzelnen Systemen aus. Diese Gefahr betrifft vor allem ältere Fahrzeuge, da deren Software häufig nicht auf dem neusten Stand ist. Ebenso wichtig ist die Frage nach der Datenhoheit, also, wem welche Daten gehören und wer die Daten verarbeiten darf. Hier sind besonders personenbezogene Daten betroffen, die durch die DSGVO nun weitaus stärker als bisher geschützt werden. Dazu zählen etwa Daten zum Fahrverhalten und versicherungsrelevante Daten. Der Nutzer des Fahrzeugs muss transparent darüber informiert werden, zu welchem Zweck seine personenbezogenen Daten verwendet werden – und dieser Verwendung zustimmen.

Gehen Innovation und Datenschutz zusammen?

Es wurden auch Stimmen aus den Branchenverbänden der Autohersteller laut, dass ein rigider Datenschutz Innovationen und somit den Wirtschaftsstandort hemme. Doch dies muss nicht der Fall sein, wenn Datenschutz bei neuen technologischen Entwicklungen von vornherein mitgedacht oder als Grundeinstellung vorgegeben wird („Privacy by Design“ und „Privacy by Default“).
Die Lösung: Sichere Plattformen zur Datenverwaltung
Dass dies möglich ist, haben zwei Projekte der Smart Service Welt I gezeigt: So wurde im Projekt CAR-BITS.de eine Plattform entwickelt, die eine sichere, datenschutzkonforme und zweckgebundene Nutzung von Fahrzeugdaten für neuartige Dienstleistungen und Anwendungen ermöglicht. Die Datenübertragung zwischen Fahrzeug und Speicherort – einer abgesicherten Cloud-Umgebung – erfolgt verschlüsselt. Zudem kann genau festgelegt werden, zu welchen Zwecken die Daten genutzt werden dürfen und zu welchen nicht – wodurch die Nutzer eine wesentlich bessere Kontrolle über ihre Daten erhalten.

Sichere Ausführung von Apps im Auto mit PASS

Die Plattform des Projektes PASS ist speziell für eine sichere Ausführungen von Apps in Fahrzeugenentwickelt worden. So wird es den Herstellern der Autos nach Auslieferung des Fahrzeugs erleichtert, Software-Updates zur Verfügung stellen, Zulieferer können ihre Lösungen besser auf die Autosoftware abstimmen und die Fahrzeugnutzer profitieren von einer steigenden Nutzerfreundlichkeit.
Anhand der Arbeit der Arbeit der zwei Förderprojekte CAR-BITS.de und PASS wird somit klar: Datenschutz und Innovationen sind auch in der Automobilbranche bestens zu vereinen.

Bildquelle: sdecoret/fotolia

Kategorien:
  Allgemein, Mobilität

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