Glass@Service: Gutachten zu rechtlichen Anforderungen bei adaptiven Assistenzsystemen

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Die smarte Datenbrille von Glass@Service

Rechtssicherheit in der digitalen Fabrik: Ein aktuelles Gutachten widmet sich den gesetzlichen Anforderungen bei adaptiven Assistenzsystemen, die Mitarbeiter bei ihren Tätigkeiten unterstützen. Im Projekt Glass@Service wurde eine intelligente Datenbrille entwickelt, die durch Augmented Reality Arbeitsprozesse verbessert. Der Einsatz der Brille steigert die Bewegungsfreiheit von Mitarbeitern in der Produktion und verhindert Unterbrechungen im Arbeitsablauf, da Anweisungen direkt in das Sichtfeld eingeblendet werden. Dadurch muss der Blick des Mitarbeiters nicht mehr zwischen Anleitung und Bauteil hin- und herwechseln und die Hände bleiben frei.

Eine Datenbrille für den industriellen Einsatz

Die entwickelte Datenbrille genügt den hohen Standards für einen industriellen Einsatz hinsichtlich Robustheit, Ergonomie, Arbeitsschutz und Datensicherheit und erlaubt neue Interaktionsmöglichkeiten, wie Gesten- und Augensteuerung. Bei der Einführung adaptiver Assistenzsysteme wie z. B. Datenbrillen, sind jedoch neben der Funktionalität auch rechtliche Aspekte von hoher Relevanz – gerade im Hinblick auf den Datenschutz.
Denn: Nutzen Mitarbeiter adaptive Assistenzsysteme, fallen Daten an. Beispielsweise könnte mit solchen Systemen erhoben werden, wie lange ein Mitarbeiter für eine bestimmte Tätigkeit braucht.

Gutachten untersucht rechtliche Rahmenbedingungen adaptiver Assistenzsysteme

Aus diesem Grund wurde im Projekt Glass@Service im Auftrag der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA) ein Gutachten zu den rechtlichen Anforderungen an den Datenschutz bei adaptiven Arbeitsassistenzsystemen durchgeführt. Durch das Gutachten werden Zusammenhänge zwischen dem Einsatz von Assistenzsystemen und rechtlichen Rahmenbedingungen wie der Datenschutzgrundverordnung (DSGVO) dargestellt.

Implementierung adaptiver Assistenzsysteme: Unternehmens- und Betroffenenrechte in Einklang bringen

Das Gutachten zeigt unter anderem, dass der Einsatz von adaptiven Assistenzsystemen im Unternehmen durch eine kollektive Vereinbarung geregelt werden kann. Ein unspezifisches Sammeln von Beschäftigtendaten, die durch den Einsatz von adaptiven Assistenzsystemen anfallen, ist aber nicht zulässig. Denn die Datenverarbeitung muss stets für einen bestimmten Zweck notwendig sein, beispielsweise um Abläufe in der Produktion zu optimieren.

Rechte der Arbeitnehmer – und deren Grenzen

Auch wenn eine Datenverarbeitung zulässig ist, verfügen Mitarbeiter über weitreichende Betroffenenrechte wie Informations- und Auskunftsansprüche oder das Recht auf Berichtigung und Löschen von Informationen. Grenzen der Rechte beim Einsatz von Assistenzsystemen setzen insbesondere die Unternehmensinteressen wie Geschäfts- und Betriebsgeheimnisse. Gemäß der DSGVO muss beim Einsatz von adaptiven Assistenzsystemen auch auf technischer Ebene der Datenschutz berücksichtigt werden. So ist zu prüfen, ob durch technische Maßnahmen, wie Anonymisierung von Daten, die Eingriffe in die Persönlichkeitsrechte der Beschäftigten vermieden oder gemildert werden können. Neben verschiedene Anwendungsbeispielen wird außerdem eine Checkliste zur Prüfung der datenschutzrechtlichen Zulässigkeit eines adaptiven Assistenzsystems vorgestellt.

Weitere Informationen zum Projekt Glass@Service finden sie hier.
Den Bericht „Rechtliche Anforderungen an den Datenschutz bei adaptiven Arbeitsassistenzsystemen“ finden Sie hier.

Bildquelle: Begleitforschung Smart Service Welt I

Kategorien:
  Allgemein, Produktion

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