Vereint die Digitalisierung von Kommunen voranbringen – Kommunal 4.0 e. V.

von Rafael Eggebrecht 6 Monaten keine Kommentare
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Die Wasserwirtschaft der Kommunen durch smarte Services effizienter und vorausschauender gestalten: Dieses Ziel der dreijährigen Projektlaufzeit von Kommunal 4.0 wurde in gleich mehreren Anwendungsbeispielen erreicht. Nach dem erfolgreichen Aufbau der webbasierten Plattform zum Erfassen, Analysieren, Auswerten und Nutzen von Daten aus Städten und Gemeinden stellte sich den Projektbeteiligten die Frage: Wie sorgen wir dafür, dass die Ergebnisse, Erfahrungen und Kontakte der langjährigen Arbeit weiterhin genutzt werden – und so auch zukünftig der Digitalisierung von Kommunen dienen?

Als Antwort auf diese Frage gründeten die Projektbeteiligten unter der Leitung des Konsortialführers HST Systemtechnik GmbH & Co. KG bereits 2017 den Bundesverband Kommunal 4.0 e. V. Denn bei der Projektarbeit zeigte sich: Der Digitalisierungsgrad von Kommunen ist immer noch verbesserungswürdig – und um das zu ändern, bedarf es eines dauerhaften, gemeinsamen Vorgehens von Kommunen, Wissenschaft und Wirtschaft auch über das Förderprojekt hinaus.

Von der Forschung in die Praxis
Der Bundesverband hat es sich deshalb zur Aufgabe gemacht, die Digitalisierung der technischen Infrastrukturen, insbesondere der Wasserwirtschaft, zu fördern. Der Verein zählt bereits über 30 Mitglieder, darunter die Stadt und die Stadtwerke Gmünd, der Entsorgungsbetrieb der Stadt Siegen und die Stadt Lorsch.

Ein wichtiges Ziel des Vereins ist die Förderung des Dialogs sowie die Bereitstellung von Wissen über die Digitalisierung in den Kommunen. Entsprechend bietet der Verein gebündelte Informationen zum Thema über die Vereinszeitschrift sowie über Newsletter an. Die Mitglieder des Vereins erhalten auch Zugriff auf Linklisten zu aktuellen Studien und Berichten. In regionalen Quartalsveranstaltungen sowie Workshops werden Best-Practice-Lösungen rund um das Thema der Digitalisierung der kommunalen Infrastruktur vorgestellt.

Mit den ebenfalls angebotenen Zertifikatslehrgängen sowie Schulungen können die Gemeinden ihr Personal in Sachen Digitalisierung schulen. Dabei kommt auch das selbstentwickelte Lernkonzept „HELIPÒ“ (Hocheffizientes Lernen in Projekte/Prozessen) zum Einsatz, das bewusst an bestehendes Wissen andockt und komplizierten Lernstoff so aufbereitet, dass er leicht zu verstehen ist.

Seine Mitglieder berät der Verein zudem bei der Beantragung neuer, kommunaler Kommunikationsanschlüsse. Dieser „Netzanschlussservice“ umfasst unter anderem das Bestellen der richtigen SIM-Karten und Modems, die in die Schaltschränke der Wasserwirtschaft eingebaut werden können und dort der Datenübertragung auf die Kommunal 4.0-Plattform dienen.

Skalierbare Angebote für Kommunen
Nicht nur bei der Projektarbeit von Kommunal 4.0 zeigte sich: Die Bedürfnisse, Voraussetzungen und Möglichkeiten von Städten und Gemeinden unterscheiden sich mitunter stark. Dementsprechend sind auch bei der Digitalisierung individuelle Lösungen gefragt. Ausgehend von der Digitalisierung der Wasserwirtschaft entwickeln der Verband und die Konsortialpartner des Projekts Kommunal 4.0 weitere Projekte, mit denen Kommunen gezeigt wird, wie Digitalisierung aussehen kann. So entstand das Konzept eines Testbeckens zum Auffangen von Regenwasser, das sogenannte „K4.0-Lab“. Das mit entsprechender Steuerungstechnik ausgestattete Becken soll als Anschauungsobjekt für zeitgemäßes Volumenmanagement in der Wasserwirtschaft dienen.

Kooperation mit der FIWARE Foundation
Die Förderung von einheitlichen Standards für das Datenmanagement steht ebenfalls auf der Agenda des KOMMUNAL 4.0 e. V., damit Informationen auf der Plattform optimal verarbeitet werden können. Für diese Aufgabe arbeitet der Verband mit der FIWARE Foundation zusammen. FIWARE ist eine Open-Source-Initiative, die einen Baukasten von offenen Softwarekomponenten unter anderem für Smart-City-Lösungen bereitstellt. Die Kooperation mit der FIWARE Foundation eröffnet dem Verein die Chance, eigene Erfahrungen bei der Entwicklung von Standards bei FIWARE einzubringen.

Zudem soll auch die Plattform von Kommunal 4.0 kompatibel zu den FIWARE-Standards gestaltet werden. Durch die Kooperation der zwei Initiativen wird den Kommunen vermittelt: Der Einstieg in die Digitalisierung ist machbar, auch mit begrenztem Budget – nicht zuletzt, da es starke Partner gibt, die den Kommunen zur Seite stehen.

„Abwasserflexibilisierung Diemelsee 4.0“: Förderung einer Idee von KOMMUNAL 4.0 durch das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit (BMU)
Basierend auf dem KOMMUNAL 4.0-Konzept der „Digitalen Kläranlage“ wird ab 2020 im nordhessischen Heringhausen am Diemelsee eine der modernsten SBR-Anlagen (Kläranlagen) Europas entstehen. Zum Einsatz kommt neben der KOMMUNAL 4.0-Plattform auch eine KI-basierte Steuerung, die die Kläranlage und das Kanalnetz für mehr Umweltschutz und Energiereduktion intelligent miteinander verbindet. Das BMU fördert die Umsetzung dieses Pilotprojekts aus KOMMUNAL 4.0.

Mehr Informationen zum Projekt Kommunal 4.0 finden Sie hier.

Dieser Beitrag ist erstmalig in der Publikation „Gut Vernetzt“ erschienen. Darin werden Beispiele aus der Smart Service Welt I präsentiert, die zeigen, wie über die initiale Technologieförderung hinaus innovative Ideen, Lösungen zur effektiven Weiternutzung der Ergebnisse und konkrete Nachfolgeprojekte entstanden sind.

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